Leicht verständlich, komfortabel und transparent sind nach Ansicht von Verkehrsexperten die Voraussetzungen für ein erfolgreiches elektronisches Ticketingsystem. T-Systems entwickelt auf Basis von festgeschriebenen Standards Lösungen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Sie sollen mittelfristig die klassische Papierfahrkarte ablösen.
Was haben Hanau, Hongkong und London gemeinsam? Hier kommen ÖPNV-Fahrgäste in den Genuss von elektronischen Ticketingsystemen. Während sie in London mit der „Oystercard“ ihre Underground-Fahrt bezahlen, nutzen sie in Hongkong die Octopus-Karte. Beim E-Ticketing kann der Kunde wählen, wie er bezahlen will. Entweder er lädt seine Karte selbst mit Geld auf, lässt vom Konto abbuchen oder er erhält eine Rechnung. Wenn die Verkehrsverbünde erstmal bundesweit miteinander kooperieren, könnten die Kunden ihre Karte überall nutzen und die Verkehrsunternehmen die Leistungen untereinander verrechnen. Dies funktioniert auf Basis der Standards der VDV-Kernapplikation, die unter maßgeblicher Mithilfe von T-Systems festgeschrieben wurde.
CheckIn – CheckOut
In Hanau heißt es einfach „get in“. Hier hat T-Systems genauso wie bei den Hintergrundsystemen für das E-Ticketing der beiden Verkehrsverbünde VRS (Rhein-Sieg) und VRR (Rhein-Ruhr) mitgearbeitet. Die intelligente Fahrkarte in Hanau bietet neben einer erweiterten Fahrkartenfunktion Zusatzleistungen wie ein Bonusprogramm oder den schnellen und bargeldlosen Eintritt ins Schwimmbad. Bei jeder Fahrt meldet sich der Fahrgast mit der „get in-Karte“ beim Ein- und Aussteigen an und ab. Gezahlt wird am Monatsende.
Nach dem Prinzip des CheckIn, CheckOut (CICO) funktionieren auch die Octopus- und Oysterkarten. In Hongkong streifen die Fahrgäste ihre Geldbeutel, Handtaschen oder Jacken an den Kartenlesern vorbei und in nur 0,3 Sekunden sind Fahrtbeginn sowie -ende registriert.
BeIn – BeOut
Ein anderer Weg könnte mit BeIn, BeOut-Systemen (BIBO) beschritten werden. Hier trägt der Fahrgast seine Karte in einer mit einer Antenne ausgestatten Hülle bei sich. Damit lassen sich größere Entfernungen zwischen einem Lesegerät und dem Ticket überwinden. Der Fahrgast muss dann seine Karte beim Ein- und Aussteigen nicht mehr aktiv an einem Scanner vorbeiziehen. Das System registriert nur noch die An- und Abwesenheit der Karte. Diese Form des elektronischen Fahrgeldmanagements existiert allerdings derzeit nur im Rahmen eines abgeschlossenen Forschungsprojekts.