Pionierarbeit in Johannesburg
Wenn sie so redet hat die Hobby-Golferin den zupackenden Stil einer schwäbischen Mittelständlerin. Und so versteht sie sich in gewissem Sinne auch: "T-Systems North America ist ein Unternehmen mit 600 Mitarbeitern", beschreibt sie ihre Aufgabe im weltumspannenden Konzernverbund. "Wir sind Teil eines globalen Netzwerks, aber klein und beweglich genug, um auf die Bedürfnisse unserer Kunden individuell und flexibel zu reagieren", erläutert sie die Situation der Telekom-Geschäftskundensparte auf der anderen Seite des Atlantik. "Wir haben das Beste der beiden Welten". Auf der Kundenliste finden sich beispielsweise der Ölriese Shell, der konzerneigene Mobilfunker T-Mobile, die Autohersteller Daimler und Volkswagen sowie der kanadische Flugzeugbauer Bombardier.
Um die Kontakte zu halten und neue zu knüpfen lebt die 41-Jährige daher praktisch aus dem Koffer. "Mein Büro ist eigentlich der Flughafen und umgekehrt", scherzt sie. "Ich bin im Durchschnitt vier bis fünf Tage pro Woche auf Achse." Ihr treuer Begleiter ist ihr Blackberry – mobiles Buero, Telefon und Wecker zugleich. "Ich arbeite wirklich papierlos", schildert sie ihre Art sich und andere zu organisieren. Schriftliche Dokumente kreuzen immer nur dann ihr Itinerar, wenn sie Unterschriften leisten muss. "Wenn ich spätabends irgendwo im Hotel ankomme, wartet meist schon ein Umschlag auf mich."
Diese global-mobile Arbeitswelt hat wenig mit der Situation zu tun, die sie 1997 bei ihrer Ankunft in Johannesburg vorfand. "Damals gab es gerade drei Mitarbeiter, kein Büro und ich glaube, wir waren noch nicht einmal ins Handelsregister eingetragen. Das war echte Aufbauarbeit und eine sehr spannende Zeit", erinnert sie sich. Als T-Systems später über eine Akquisition expandierte, kamen weitere Pionier-Aufgaben hinzu. "Um unsere neuen Mitarbeiter herum existierte noch keine unterstützende Struktur. Keine Personal- oder Rechtsabteilung, kein Marketing." Auerbach und ihr Team improvisierten, suchten praktische Lösungen und hatten Erfolg. "Als ich 2005 das Land verließ, waren wir zur Nummer fünf aufgestiegen", blickt sie stolz zurück. "Und die Kollegen sind drauf und dran, in Südafrika den Sprung an die Spitze zu schaffen."
In Südafrika hat sie auch ihr Hobby Golfen entdeckt. "Es ist wirklich ein faszinierender Sport. Man kann nur dann eine gute Runde spielen, wenn man über lange Zeit konzentriert bleibt und sich von ein paar schlechten Schlägen nicht entmutigen lässt". Auerbach: "Und wie auch im Geschäft hat man beim Golfen mehr Erfolg, wenn man seinen Humor behält und nicht zu verbissen ist".
An ein allgemeingültiges Erfolgsrezept glaubt sie nicht, im Gegenteil. "Man sollte seine Karriere nicht zu exakt planen", lautet ihr vorläufiges Fazit. "Wer sich zu sehr auf einen bestimmten Weg festlegt, verpasst Chancen, die sich an anderer Stelle auftun." Auerbach sieht ihre Stärke darin, mit Veränderungen umzugehen. "Ich kann mich gut in eine Umgebung einfügen, auch wenn die Umstände nicht perfekt sind." Und greift dabei auf ihre Energiereserven zurück. "Ich bin unerschütterliche Optimistin", sagt sie – und lächelt.